Angstfrei auf dem Zahnarztstuhl!

Angstfrei auf dem Zahnarztstuhl!

Eine kleine Übung, mit der Sie sich auf den nächsten Zahnarztbesuch vorbereiten können.

Wer die Zahnarztangst als ständigen Begleiter an seiner Seite hat, kennt dieses unangenehme Gefühl, welches spätestens auf dem Behandlungsstuhl einsetzt.

Dieses Angstgefühl können Sie mit der nachfolgenden Übung ein wenig abschwächen, wenn nicht sogar ganz in den Griff bekommen.

 

Reiz-Reaktions-Verbindung

Basierend auf den Arbeiten von Iwan Petrowitsch Pawlow entwickelten sich im Laufe der Zeit Methoden zur Entkoppelung von Reizen und Reaktionen. Diese Methoden werden auch Ankertechniken genannt. Pawlow untersuchte in Versuchsreihen mit Hunden Reiz-Reaktions-Verbindungen. Diese Versuche zeigten, dass jede beliebige Reaktion an einen äußeren Reiz gekoppelt werden kann.

Durch diese Versuchsreihen und den daraus gewonnenen Erkenntnissen wissen wir heute, dass jede beliebige INNERE REAKTION eines Menschen an einen ÄUSSEREN REIZ gekoppelt werden kann. Oder mit anderen Worten: „Erlernte Reaktionen können auch wieder verlernt werden“!

Dieses Wissen ist vor allem bei Angststörungen nützlich. Nehmen wir die Angst vor einer Zahnbehandlung: Ein Reiz wie zum Beispiel der Geruch einer Zahnarztpraxis, das Geräusch des Bohrers oder der Anblick des Zahnarztbestecks, führt zu einer heftigen Abwehrreaktion.

An irgendeinem Punkt im Leben des Betroffenen wurde dieses Verhaltensmuster „Angst vor der Zahnbehandlung“ durch eine Erfahrung bei einem Zahnarzt erlernt und konnte bis dato weder bewusst noch willentlich verändert werden.

In ausgeprägten Fällen reicht lediglich der Gedanke an den Zahnarzt oder die Zahnbehandlung, um eine Abwehrreaktion hervorzurufen.

Da es unterschiedliche Ankertechniken gibt, möchte ich an dieser Stelle lediglich eine Möglichkeit vorstellen.

 

Arbeiten mit Bodenankern

Das Arbeiten mit Bodenankern ermöglicht ein anderes Gefühlserlebnis in Bezug auf eine bisher negativ besetzte Situation zu erfahren.

Und so geht’s:

  1. Nehmen Sie zwei Zettel und einen Stift.
  2. Schreiben Sie auf den einen Zettel das belastende Thema. In unserem Fall „Zahnarztangst“, und legen Sie den Zettel auf den Boden.
  3. Stellen Sie sich auf den Zettel und spüren Sie, wie Sie sich auf dieser Position fühlen.
  4. Schreiben Sie nun auf den zweiten Zettel die Eigenschaft oder das Verhalten, welches Sie stattdessen in dieser Situation haben möchten. Zum Beispiel Mut, ruhig, souverän und sicher, gelassen, usw. und legen Sie den Zettel auf den Boden.
  5. Stellen Sie sich nun auf diesen Zettel und spüren Sie, wie Sie sich auf dieser Position fühlen.
  6. Sofern die beiden Zettel nicht nebeneinander liegen, nehmen Sie nun beide und legen sie nebeneinander.
  7. Stellen Sie sich jetzt zuerst mit beiden Füßen auf den positiv besetzten Zettel und assoziieren Sie den Zustand.
  8. Wenn Sie einen energievollen Zustand haben, stellen Sie einen Fuß auf den Zettel „Zahnarztangst“.
  9. Sie stehen nun mit einem Fuß auf dem positiv besetzten Zettel und mit dem anderen Fuß auf dem Zettel „Zahnarztangst“. Achten Sie darauf, was sich verändert.
  10. Bei Bedarf können Sie diesen Vorgang wiederholen.

In der Regel, setzt eine andere Betrachtungsweise in Bezug auf die Zahnarztangst ein. Eventuell setzt eine innere Ruhe oder eine Gleichgültigkeit bei dem Gedanken an den Zahnarztbesuch ein. Vielleicht auch etwas ganz anderes.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser Methode und freue mich, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen mitteilen.

KONTAKT

Seminar am 20.06.2015: Perfektionismus zielführend und stressfrei einsetzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.