Die Frage nach der Gehaltsvorstellung in einer Stellenausschreibung

 

Eine Hürde, die vielen Bewerbern unendlich hoch vorkommt, ist die gewünschte Angabe der Gehaltsvorstellung. Die nachfolgenden Zeilen beziehen sich zum größten Teil auf Positionen ohne Führungsverantwortung. Auf leitender Ebene kann der Prozess ähnlich ablaufen, was jedoch eher die Seltenheit ist.

Wenn in einer Stellenanzeige nach der Gehaltsvorstellung gefragt wird, ist dies ein Selektionskriterium. Das bedeutet, Bewerbungen ohne Gehaltsangabe werden im weiteren Bewerbungsprozess nicht berücksichtigt. Das mag sich hart oder unfair lesen, jedoch ist ein solches Vorgehen bei der Vielzahl von Bewerbungen auf eine Stellenausschreibung nachvollziehbar.

Es gibt Ausnahmen. Ist Ihr Profil trotz fehlender Gehaltsangabe interessant, kommt es zu einem kurzen Telefonat oder zu einer Email, wobei der Personaler Ihre Gehaltsvorstellung abfragt. Sie haben somit das Thema lediglich nach hinten verschoben.

 

Wie lässt sich diese Hürde nehmen?

In meinen Präsenztrainings haben Bewerber mit der nachfolgenden Strategie diese Hürde mit Sicherheit genommen.

Rufen Sie einfach in der Personalabteilung des Unternehmens an. In der Regel ist in der Stellenanzeige auch ein Ansprechpartner für Rückfragen genannt. Ist dies nicht der Fall, lassen Sie sich über die Zentrale mit der Personalabteilung verbinden. Da es hierfür manchmal mehrere Anläufe braucht, bleiben Sie diszipliniert und halten Sie durch.

Nachdem Sie Ihren Ansprechpartner am Telefon haben, stellen Sie ihm drei bis vier Fragen zu der Stellenausschreibung, den Arbeitsinhalten oder ähnliches. Wenn Ihre Fragen beantwortet wurden, kündigen Sie ihrem Gesprächspartner die Zusendung Ihrer Bewerbung an, jedoch benötigen Sie noch eine Information.

Bevor Sie nun Ihre abschließende Frage stellen gehen Sie mit einer Information in Vorleistung!

Formulierungsvorschlag:

Vielen Dank für die umfangreichen Informationen. Bevor ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zusende, möchte ich kurz mit Ihnen über meine Gehaltsvorstellung sprechen. Für diese verantwortungsvolle Position stelle ich mir ein Jahresgehalt (dies ist lediglich ein Beispiel) zwischen 58.000€ und 63.000€ vor. Deckt sich meine Gehaltsvorstellung mit Ihrer?

Natürlich können Sie hier auch lediglich eine Zahl nennen anstatt einer Gehaltsspanne. Eine Spanne bietet Ihnen jedoch zwei Vorteile:

  1. Sie signalisieren Verhandlungsbereitschaft, falls Ihre Forderung über dem Gehaltsbudget des Unternehmens liegt.
  2. Die Chance, mit Ihrem Zielgehalt innerhalb der Spanne zu liegen, ist größer als bei der Nennung eines Betrages.

Mögliche Reaktionen

In den Telefonaten meiner Klienten haben sich auf die Frage nach der Deckungsgleichheit der Gehaltsvorstellungen drei Antwortmöglichkeiten herauskristallisiert:

  1. Ja

Dies ist der Idealfall! Nehmen Sie diese Information und lassen Sie sie in Ihr Bewerbungsanschreiben einfließen. Somit haben Sie diese Klippe für ein eventuelles Vorstellungsgespräch bereits im Vorfeld genommen.

  1. Nein

Nein ist erst mal nur ein Wort, das im Raum steht. Ihre angemessene Reaktion auf diese Aussage ist eine Gegenfrage, nämlich: „Wie hoch ist denn das Jahresgehalt für diese Position?“. An dieser Stelle nehmen Sie dann die Gehaltsverhandlung vorweg und erfahren, worauf Sie sich einlassen.

  1. Das weiß ich nicht./Das darf ich Ihnen nicht sagen.

Im ersten Schritt äußern Sie an dieser Stelle Ihr Bedauern und sprechen Ihr Verständnis aus. Im zweiten Schritt fragen Sie bei einem „Nichtwissen“, wann Sie sich noch einmal melden können, um diese Information zu erhalten. Bei „Das darf ich Ihnen nicht sagen.“, fragen Sie höflich wer Ihnen diese Informationen geben kann und bitten um ein Gespräch mit der betreffenden Person. Sollte Ihnen diese Bitte und damit die Gehaltsinformation vorenthalten werden, prüfen Sie für sich, ob das Unternehmen für Sie wirklich ein vertrauensvoller Arbeitgeber sein kann.

 

In Ihrem Anschreiben beziehen Sie sich dann auf das Telefonat und nennen selbstbewusst Ihr Jahresgehalt.

Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor. Sollte Ihr Gesprächspartner Zeit haben, kann aus diesem  vermeintlich kurzen Gespräch ein Telefoninterview werden.

Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus dem Onlineseminar Der nächste Karriereschritt!

Online-Seminar: Der nächste Karriereschritt!

 

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