Ein Burnout muss man sich schon verdienen!

Exhausted businessman holding a telephone tube

Das Jahr 2017 ist ein paar Wochen jung und die Chancen, die in der Silvesternacht gefassten Vorsätze in die Realität umzusetzen, stehen noch gut, sei es mit der Familie mehr Zeit zu verbringen, gelassener in stressigen Situationen zu bleiben oder einfach nur etwas mehr Zeit für sich selbst zu haben.

Aber wie wird es sein, wenn es auf die erste Zielgerade des Jahres geht, zum Beispiel die Erreichung der Monats- oder der Quartalsvorgabe? Wie präsent sind die Vorsätze aus der Silvesternacht dann noch?

 Die Arbeit als Gradmesser des Selbstwertes

Frei nach dem Motto „Nur wer etwas leistet, ist auch etwas wert“, bleiben die eigenen Belange zum Wohle der Arbeit auf der Strecke, und es wird einfach und erfolgreich an den letztjährigen Stress angeknüpft. Zwar gibt es vereinzelte kurze Erholungsphasen zwischen den einzelnen Stresspiks, jedoch werden diese immer kürzer und die Abstände immer länger. Häufig wird auch versucht, diese Stresspiks durch sportliche Betätigung oder übertriebene Freizeitaktivitäten zu kompensieren, was leider zu noch mehr Stress führt. Früher oder später stellt sich eine Dauerbelastung ein, die von dem Organismus als Normalzustand wahrgenommen wird. Mit anderen Worten: „Das Gaspedal wird auch im Leerlauf durchgetreten“. Aber welcher Tank verfügt über unendlich viel Treibstoff oder welcher Motor ist unendlich belastbar?

 

Auf was gilt es zu achten?

Auf Basis des Maslach Burnout Inventory lassen sich Burnout Symptome in drei Kategorien einteilen.

1. Emotionale Erschöpfung:

Durch physische oder emotionale Anstrengung, beziehungsweise Anspannung kommt es zu einem Erschöpfungszustand. Der auftretende Stress sorgt dafür, dass sich die Betroffenen kraftlos, schwach, müde und matt fühlen. Diese Antriebsschwäche ist auch für reizbares Verhalten verantwortlich.

2. Depersonalisierung:

Als Reaktion auf auftretende Überlastung stellen die Betroffenen eine Distanz zu ihrem Umfeld her. Dies äußert sich in einer zunehmenden Gleichgültigkeit und häufig auch in zynischen Einstellungen gegenüber dem Umfeld.

3. Erleben von Misserfolg:

Trotz Überlastung haben die Betroffenen häufig das Gefühl, dass sie in ihrer Arbeit nicht viel bewirken oder erreichen. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering. Es mangelt am bewussten Erleben eines Erfolges.

Diese Diskrepanz zwischen Anforderung und Leistung wird als persönliche Ineffektivität wahrgenommen, was auch dazu führt, dass der Glaube in die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit verloren geht.

 

Burnout ist salonfähig

Anders als die Diagnose „Depressionsstörung“ ist ein Burnout in unserer Gesellschaft salonfähig. Burnout, also auszubrennen oder ausgebrannt sein, suggeriert eine Leistung, die diesem Zustand vorausgegangen ist, was jedoch nicht immer der Fall sein muss. Aber gleich ob Depression oder Burnout, beide Krankheitsbilder sind für die Betroffenen und die Angehörigen belastend. Der kleine jedoch feine Unterschied ist, dass Burnout mit einer vorangegangenen (Über)Leistung in Verbindung gebracht wird.

 

Genesung als Wettbewerb

Nach mehr als zwanzig Jahren im Verkauf und Vertrieb bin ich der Überzeugung, dass Menschen, denen es um schnelle Anerkennung und Status geht, im Vertrieb gut aufgehoben sind. In meiner Arbeit als Vertriebstrainer und –coach wurde mir dies durch die Antworten auf die kleine Frage: „Weshalb haben Sie sich für eine Vertriebstätigkeit entschieden?“ fast in jedem Gespräch oder Training bestätigt. An dieser Stelle erlaube ich mir die Frage nach der Beständigkeit dieser beiden Motivatoren. Der ständige Kampf um Anerkennung, in welcher Form auch immer, und Status geht mit der Zeit an die Substanz. Und richtig paradox wird es, wenn der gesundheitliche Genesungsprozess zum Wettbewerb wird.

Während der Kaffeepause eines Vertriebstrainings unterhielt ich mich mit zwei Teilnehmern. Im Laufe des Gespräches wurden erst die einzelnen Erfolge benannt, dann ging es weiter mit der Anzahl der täglichen und wöchentlichen Arbeitsstunden und den gesundheitlichen Folgen, die letztendlich eintraten: Schlaflosigkeit, Angstzustände, Gereiztheit und Antriebslosigkeit. Beide Gesprächspartner hatten durch ihre berufliche Situation ein Burnout erlitten. Das überraschte mich nun nicht wirklich. Jedoch überraschte mich, dass der eine Vertriebsmitarbeiter sagte, er sei nach vier Monaten wieder im Büro gewesen und der andere diese Angabe voller Stolz mit zweieinhalb Monaten unterbot. Auf meine Frage hin, welche Veränderungen in der Arbeits- und Lebensweise stattfand, war die Meinung einvernehmlich: „Ich habe versucht etwas zu ändern, jedoch hielt das nur ein paar Wochen an“.

 

Vorsätze real werden lassen

Die Möglichkeiten und Methoden zum Umgang mit Stress sind vielfältig. Die Herausforderung liegt lediglich im Tun. Gleich wie Ihr Vorsatz für einen brauchbaren Umgang mit Stress aussieht, stellen Sie sicher, dass sich dieser leicht in Ihren bestehenden Tagesablauf integrieren lässt. Es ist einfacher, den Vorsatz umzuformulieren und dadurch passend zu gestalten, als einen bestehenden Tagesablauf komplett umzukrempeln.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen

 

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