EMDR und Allergien

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EMDR wird vor allem mit Traumatisierungen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Phobien in Verbindung gebracht. Jedoch eignen sich Elemente aus der EMDR-Therapie in leicht angepasster Weise auch ideal für das Mentaltraining oder zur Behandlung von Allergien.

 

Was ist eigentlich eine Allergie?

Allergie bedeutet, die Reaktionslage des Körpers beziehungsweise des Immunsystems gegen eine bestimmte Substanz hat sich verändert. Der Körper reagiert bei Kontakt anders als früher und zwar meistens in überzogenem Maße. Er erkennt eigentlich harmlose Stoffe, wie etwa Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel oder andere als Feind oder Eindringling, der aufs Heftigste abgewehrt werden muss. Während dieses Abwehrkampfes werden im Körper Substanzen wie zum Beispiel Histamin, Zytokine und andere freigesetzt, die zu Reaktionen wie Schleimhautschwellung der Atemorgane, Atemnot, Juckreiz der Haut, Abgeschlagenheit und Atemnot führen.

Neben der biologischen Ebene einer Allergie gibt es auch eine psychologische Ebene, die in der Vergangenheit jedoch wenig Beachtung fand. Mittlerweile gibt es Forschungsergebnisse, die belegen, dass sich das Immunsystem durch die Beeinflussung der Psyche verändert.

 

So wie ich etwas erlernt habe, kann ich es auch wieder verlernen!

Dr. Manfred Schedlowski, Professor für Psychologie und Verhaltensimmunbiologie, wies in Versuchen mit Fallschirmspringern, die starker Anspannung, Stress und Angst ausgesetzt sind, nach, dass bestimmte Abwehrzellen deutlich aktiver sind als normalerweise. Das menschliche Abwehrsystem kann also von der Psyche Informationen aufnehmen und darauf reagieren. Es kann also lernen, wenn die Informationen oft oder stark genug übermittelt werden. Mit einer Allergie verhält es sich ähnlich. Das Immunsystem hat offensichtlich etwas gelernt. Leider etwas, das den Körper zu einer Überreaktion auf eine bestimmte Substanz bringt. Unschädliche Pollen, Tierhaare und andere Substanzen werden genauso heftig abgewehrt wie Krankheitserreger.

Aber nicht nur die realen Stoffe werden abgewehrt, sondern manchmal auch nur der Gedanke an den allergieauslösenden Stoff. So ist bekannt, dass viele Menschen nicht nur auf den direkten Kontakt, sondern auch schon bei einem Bild des Allergens, körperlich reagieren.

Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, so wie dieses Verhalten erlernt wurde, kann es auch wieder verlernt werden!

Mit mehr als 25 Jahren Allergieerfahrung habe ich mich vor 8 Jahren dazu entschlossen, meine Lebenszeit sinnvoller zu verwenden, als sie mit Allergiebeschwerden zu vergeuden.

 

EMDR zur Behandlung von Allergien

Wie eingangs bereits geschrieben, lässt sich mit einem leicht angepassten EMDR-Format ein erlerntes Allergieverhalten verändern beziehungsweise verlernen. Im Folgenden stelle ich kurz die einzelnen Schritte dar.

Nach dem Anamnesegespräch geht es an die Vorbereitung.

Vorbereitung:

In der Vorbereitungsphase wird zwischen dem Patienten und dem Therapeuten ein Stoppsignal vereinbart. Da der Körper schneller reagiert als das Sprachzentrum, dient das Stoppsignal dazu, in eventuell auftretenden emotionalen Grenzbereichen den Prozess zu unterbrechen.

Als nächstes wird ein sicherer Ort installiert. Der sichere Ort dient der Aktivierung von Ressourcen, die den Patienten während und auch nach der EMDR-Arbeit unterstützen.

Der letzte Schritt innerhalb der Vorbereitung ist die Bestimmung der Stimulanzart. Man unterscheidet hier zwischen optischer, akustischer und taktiler Stimulanz.

Bewertung

Diese Phase beginnt damit, dass eine allergische Situationen oder ein allergisches Umfeld herausgearbeitet und eine Ressource, die auf einem Gegenbeispiel aufbaut, hierzu gefunden werden. Nachdem eine brauchbare Gegenbeispielressource definiert ist, wird das Allergen wieder in dem Bewertungsprozess aufgegriffen und wenn möglich bildlich beschrieben. Im Anschluss wird der Patient gebeten, zu seiner bildlichen Vorstellung seine positive Emotion auf einer Skala von 1 bis 7 und seine negative Emotion auf einer Skala von 1 bis 10 einzuordnen.

Desensibilisierung

Die Bearbeitung in dieser Phase unterscheidet sich leicht zu der Bearbeitung in dem herkömmlichen EMDR-Prozess. Der Patient ist erst dissoziiert. Er beobachtet und erlebt also die dosierte Einführung des Allergens in den Prozess mit Abstand. Wie zum Beispiel ein Wissenschaftler, der etwas unter einem Mikroskop untersucht. Die Ressourcenwahrnehmung hingegen findet im assoziierten Zustand statt.

Verankerung

Nach der vollständigen Bearbeitung wird die entstandene Zukunftsimagination mit dem Allergen verfestigt. Zum Beispiel mit einer Kognition wie: „Ich kann damit umgehen“.

Schritt in die Zukunft

Der Schritt in die Zukunft dient dazu, zu überprüfen ob es bei dem Gedanken an eine zukünftige allergische Situation noch zu Stresssymptomen kommt.

Realkonfrontation und Selbstkontrolltechniken

Zwischen den einzelnen Sitzungen kommt es zu Realkonfrontationen und dem eventuellen Einüben von Selbstkontrolltechniken. Mögliche Selbstkontrolltechniken können sein:

  • der sichere Ort oder Heilbilder
  • Dissoziation
  • die Erkenntnis, dass zeitweise eine Notwendigkeit von Medikation besteht.

 Abschluss

Eine Sitzung wird mit dem nochmaligen Überprüfen der positiven Emotion und der negativen Emotion einer allergischen Situation oder Umfeld beendet.

 

Ihre Fragen zu meiner EMDR-Arbeit beantworte ich Ihnen gerne: Kontakt.

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