Heute schon Gedanken gelesen?

Ein Mensch liest Gedanken, wenn er ohne direkten Anhaltspunkt mutmaßt oder annimmt zu wissen, was ein anderer Mensch denkt oder fühlt.

In Kommunikationsprozessen kommt dies sehr oft vor. Manchmal ist es eine intuitive Reaktion auf nonverbale Hinweise, die wir auf einer unbewussten Ebene wahrnehmen. Häufig handelt es sich um pure Halluzination oder Projektion dessen, was ein Mensch in dieser Situation denken oder fühlen würde. Es werden die eigenen, unbewussten Gedanken und Gefühle auf andere projiziert und so erlebt, als kämen sie von dem anderen.

Es ist der Misstrauische, der die Leute als misstrauisch erlebt.

Menschen, die Gedanken lesen meinen, dass sie richtig liegen, aber es gibt für sie keine Garantie, dass sie dies auch tun. Es wird frei nach dem Motto gehandelt: „Weshalb fragen, wenn ich auch mutmaßen kann?

 

Zwei Arten von Gedanken lesen

Bei der ersten Art maßt sich eine Person an zu wissen, was jemand anderer denkt. Hierfür benötigt man gute, sinnlich wahrnehmbare Anhaltspunkte, um dem Gegenüber Gedanken, Gefühle oder Meinungen zuzuschreiben.

Beispiele:

  • Ich weiß, was ihn zum Ausrasten bringt.
  • Sie war sauer, aber sie wollte es nicht zugeben.
  • Ich wusste, dass die das Geschenk, das ich ihr gab, nicht mögen würde.

Die zweite Art des Gedankenlesens ist ein Spiegel der ersten Art und gibt dem Gegenüber die Macht, die eigenen Gedanken zu lesen. Dies kann gut genutzt werden, um dem Gegenüber in einem Kommunikationsprozess dafür die Schuld zu geben, dass er/sie nichts versteht, wenn man selbst glaubt, er/sie hätte es doch wissen müssen.

Beispiele:

  • Kannst du nicht sehen was in mir vorgeht?
  • Wenn du mich wirklich lieben würdest, wüsstest du, was ich will.
  • Du solltest wissen, dass ich das nicht mag.

Gerade das letzte Kommunikationsmuster kann zu bühnenreifen Streitereien führen, da Bedürfnisse nicht klar geäußert werden und vorausgesetzt wird, dass das Gegenüber darüber Bescheid wisse.

 

Woher genau weißt du (weiß ich)…?

Eine Möglichkeit, das Gedankenlesen in Frage zu stellen ist, zu fragen woher genau der andere (oder ich) weiß, was Sie selbst denken(oder der andere denkt), oder beim projizierten Gedankenlesen, woher genau Sie hätten wissen sollen, wie sich der oder die andere fühlt.

 

Ich wünsche Ihnen viele erhellende Momente beim Ausprobieren.

Souveränes Verhalten ist lernbar!

Kundenbewertungen meiner Arbeit: Xing Coachprofil Peter Hupke

 

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