Nur wer etwas leistet, ist etwas wert!

Nur wer etwas leistet, ist etwas wert!

 

In meiner Arbeit mit Perfektionisten taucht dieser Glaubenssatz immer wieder auf. Was auf der einen Seite logisch klingt, kann auf der anderen Seite für diejenigen, die ihr Leben nach diesem Leitsatz ausrichten, erhebliche gesundheitliche und soziale Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Des Weiteren bewegt sich ein Perfektionist mit diesem Glaubenssatz noch in einem weiteren Dilemma. Entweder ist er um jeden Preis erfolgreich, was auch immer das bedeutet, oder er ist wertlos, in welchen Augen auch immer.

 

Ich wollte perfekt funktionieren!

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ein siebenundzwanzigjähriger Mann ist seit einigen Monaten mit depressiven Störungen krankgeschrieben und kam auf eine Empfehlung hin zu mir. Im Laufe des ersten Gesprächs stellt sich heraus, dass es ihm unglaublich wichtig war, in allem was er bisher machte der Beste und der Schnellste zu sein.

Er machte einen sehr guten Schulabschluss, dann eine kaufmännische Ausbildung, die er verkürzte, damit er „was in der Tasche hat“ und im Anschluss daran ein Betriebswirtschaftsstudium. Nach dem Studium war sein erster Job eine Notlösung, da er nichts anderes fand.

Innerhalb des kleinen Unternehmens wurde er in kürzester Zeit Niederlassungsleiter. Die ihm übertragenen Aufgaben wurden umfangreicher. Und anstatt einige Aufgaben zu delegieren, erhöhte er sein Arbeitspensum. Er wollte perfekt funktionieren und keine Schwäche zeigen.

 

Ich bin besser als mein Chef!

Auf Grund seines Verhaltens kam es auch vermehrt zu Diskussionen mit dem Unternehmensinhaber. Als er ihm in einem Gespräch deutlich mitteilte, dass er das Risiko trägt und letztendlich die unternehmerischen Entscheidungen trifft, brach die Welt meines Klienten in sich zusammen. Aus seiner Sicht war er doch besser ausgebildet als der Firmeninhaber und hatte auch die besseren Ideen, wie konnte seinem Chef das nur nicht sehen.

Er fühlte er sich auf einmal klein und wertlos. Im Laufe der darauffolgenden Wochen häuften sich die Krankheitstage, bis er am Ende gar nicht mehr konnte.

Im Laufe unsere Arbeit haben wir intensiv an dem Glaubenssatz „Nur wer etwas leistet, ist etwas wert!“ gearbeitet.

 

Hinterfragen von Glaubenssätzen

Es gibt vier Fragen, mit denen Glaubenssätze und Überzeugungen hinterfragt werden können. Diese Methode ist auch als das „Nicht-Nicht-Muster“ bekannt.

  1. Was würde passieren, wenn Sie dies täten?
  2. Was würde passieren, wenn Sie dies nicht täten?
  3. Was würde nicht passieren, wenn Sie dies täten?
  4. Was würde nicht passieren, wenn Sie dies nicht täten?

 

Für den Glaubenssatz „Nur wer etwas leistet, ist etwas wert!“ könnten die Fragen beispielsweise lauten:

  1. Was würde passieren, wenn Sie etwas leisten?
  2. Was würde passieren, wenn Sie etwas nicht leisten?
  3. Was würde nicht passieren, wenn Sie etwas leisten?
  4. Was würde nicht passieren, wenn Sie etwas nicht leisten?

 

Wiederholen Sie diese Fragen mehrmals, bis ein tiefes Verständnis und eine neue Einsicht eintreten.

 

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