Perfektionismus als Selbstsabotage

 

Selbstsabotage hat viele Ausprägungen und kann mal mehr, mal weniger ausgebildet sein. Eine weit verbreitete Art der Selbstsabotage ist das Streben nach Perfektionismus. (Weiterführende Informationen finden Sie hier: Was ist Perfektion?)

Kein Ende

Übermäßige Perfektionisten verfolgen ihre Ziele mit Konzentration und Einsatzbereitschaft. Sie erstellen Präsentationen, verfassen ein Buch, schreiben eine Dissertation, arbeiten an einem wichtigen Projekt – doch sie finden kein Ende.

Sie können nichts aus der Hand geben, so lange sie nur den leisesten Verdacht haben, dass sie nicht die beste aller Leistungen erbrachten. Weil sie kein Risiko eingehen wollen, verbeißen sie sich in ihre Aufgaben. Immer wieder überarbeiten sie das bereits Geleistete, haben das Gefühl, etwas Wichtiges übersehen zu haben, und verhindern, dass ihre Arbeit ein gutes Ende findet.

 

Nicht gut genug

Die Überzeugung, nicht gut genug gearbeitet zu haben, bindet sie unangemessen lange an das jeweilige Projekt – und bringt es in vielen Fällen sogar zum Scheitern. (Lesen Sie auch: Ich bin nicht gut genug! bedeutet übersetzt Ich vergleiche mich!)

 

Sinn der Selbstsabotage

Der innere Saboteur wird nicht aktiv, um uns bewusst Schaden zuzufügen. Vielmehr sind selbstschädigende Verhaltensweisen Begleiterscheinungen bei der Verfolgung anderer Ziele. Oder mit anderen Worten: die Selbstsabotage verursacht Probleme, die uns vor noch größeren Problemen schützen sollen.

Was bedeutet das in Bezug auf Perfektionismus? Hier zwei Beispiele aus der Coachingpraxis:

  1. Wer sich für andere oder für die Arbeit aufopfert oder sich bescheiden im Hintergrund hält, will häufig der Angst entgegenwirken, ungeliebt zu sein oder nicht beachtet zu werden. (Nur wer etwas leistet, ist etwas wert!)
  1. Überzogene perfektionistische Erwartungen an sich und die eigene Leistung können ein Versuch sein, die Angst vor dem Scheitern in Schach zu halten (Ich bin gescheitert, na und!?). Wer immer das Optimum anstrebt, stellt unbewusst sicher, dass er nie ans Ziel kommt. Auf diese Weise kontrolliert er seine Angst, eventuell nicht gut genug zu sein. Denn: Wer nie fertig wird, kann nicht versagen. Und er wahrt im Falle eines Misserfolges sein Gesicht: Er hätte es sicher perfekt hingekriegt, aber man hat ihm ja nicht genug Zeit gelassen!

 

Introspektion

Durch Introspektion kommt es zu einer intensiven Betrachtung der eigenen Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen. Alles wird auf den Prüfstand gestellt. Fragen wie: Habe ich richtig oder falsch gehandelt? Wie sehen mich andere? können schnell in ein ungesundes und quälendes Grübeln übergehen, das dann dazu führt, dass wir uns selbst für “nicht in Ordnung” halten. Wie lässt sich das verändern?

 

Achtsamkeit

Eine Möglichkeit etwas Ruhe einkehren zu lassen, ist ein achtsamer Umgang mit sich selbst. Achtsam sein bedeutet, aufmerksam zu registrieren, was mit uns und in unserer Umgebung geschieht. Doch im Unterschied zur Introspektion verzichtet ein achtsamer Umgang mit sich selbst auf Wertungen.

 

Hier geht es zum Online-Seminar: Raus aus der Perfektionismusfalle! 

 

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