Verantwortungsvoll schlaflos

Wer Verantwortung trägt hat es manchmal schwer. Das Budget im Griff behalten, Kunden und Lieferanten managen oder Mitarbeitergespräche führen, kann viele schlaflose Nächte und viel Angst verursachen. Angst und Stress sind daher zwei gute Bekannte vieler Führungskräfte und Selbständiger.  

 

Angst und Stress

Angst und Stress sind eng miteinander verbunden. Das hängt mit einem Mechanismus zusammen, den wir Menschen evolutionsbedingt in uns tragen. Dieser Mechanismus ist auch als „Kampf oder Flucht Reaktion“ bekannt. Diese Kampf oder Flucht Reaktion half unseren Vorfahren vor drei bis zwei Millionen Jahren beim Überleben. Die Gefahren die zu damaliger Zeit herrschten waren vielfältig. Die Angst vor einem wilden Tier zum Beispiel versetzte das Stresssystem augenblicklich in Alarmbereitschaft und mobilisierte damit zusätzliche Energiereserven, die für den Kampf oder für die Flucht nützlich waren.

 

Lebensbedrohliche Situationen in der heutigen Zeit

Zwar gibt es auch heute noch akut lebensbedrohliche Situationen, jedoch sind diese weitaus seltener als noch vor Millionen von Jahren, wo der Kampf um das Überleben an der Tagesordnung war. Unser Organismus hat noch nicht begriffen, dass die wirklich akut lebensbedrohlichen Situationen seltener geworden sind. Er funktioniert noch genauso wie vor Millionen von Jahren. Unserem Gehirn ist es egal, ob eine Situation real oder eingebildet ist. Sobald wir Angst empfinden, fühlen wir uns bedroht, und unser Gehirn startet das Überleben sichernde Notfallprogramm. Je öfter das Angst-Stress-System aktiviert wird, desto häufiger greift das Notfallprogramm. Auf Dauer kann sich daraus eine Lebensweise entwickeln, die zu schweren gesundheitlichen Schäden führt und den Verlust von Lebensqualität nach sich zieht.

 

Lieber Grübeln als Schlafen

Früher wurde durch das Notfallprogramm eine akut lebensbedrohliche Situation sofort gelöst und der Normalzustand konnte wieder einsetzten. Heute werden Situationen wie zum Beispiel

  • fehlende Budgets oder das Überschreiten von Budgets
  • wegbrechende Umsätze
  • ausbleibende Zahlungen
  • Konflikte am Arbeitsplatz oder im Privaten
  • und weitere

als lebens- beziehungsweise existenzbedrohlich wahrgenommen und die vermeintliche Lösung der Situationen in die Nacht verlegt. Tagsüber werden die Situationen zwar gesehen, aber vor sich hergeschoben beziehungsweise verdrängt, und nachts wenn es nichts zu tun gibt und ein erholsamer Schlaf möglich wäre, setzt die gedankliche Problemlösung ein. Leider bleiben diese Nächte erfolg- und schlaflos.

 

Möglichkeiten

Um eine Lösung für die als bedrohlich wahrgenommene Situation und einen erholsamem Schlaf zu finden, möchte ich Ihnen an dieser Stelle zwei Möglichkeiten anbieten.

 

1. Hinterfragen

Betrachten Sie sich die Situation und beantworten Sie sich selbst die nachfolgenden Fragen:

  • Was genau sind meine Bedenken in dieser Situation?
  • Wann habe ich eine ähnliche Situation in der Vergangenheit schon einmal durchlebt?
  • Falls es eine ähnliche Situation in der Vergangenheit gab, stellen sich die nächsten drei Fragen: Wie habe ich die zurückliegende Situation gelöst?, um welche Erfahrung hat mich dies bereichert? und Wie kann ich dieses vorhandene Wissen für die aktuelle Situation nutzen?
  • Ist es jedoch eine neue Situation, stellt sich die Frage, Wer hat so etwas ähnliches schon einmal durchlebt und kann mir mit Rat zur Seite stehen?
  • Was ist mein nächster Schritt um die Situation zu lösen?

 

2. Bewegen

Es liest sich banal und ist es auch. Durch Spazierengehen wird das Gehirn bilateral stimuliert (Lesen Sie hierzu auch: EMDR). Und eine Situation die zum Grübeln verleitet wird mit jedem Schritt aus einer veränderten Position betrachtet. Formulieren Sie in einem Satz, was Sie aktuell beschäftigt und denken Sie diesen Satz während des Spaziergangs. Beobachten Sie, was sich in Bezug auf den Satz im Laufe des Spaziergangs verändert. Es empfiehlt sich, in ruhiger Umgebung spazieren zu gehen.

Diese beiden Möglichkeiten dienen dazu, zu einer Situation auf Distanz zu gehen und diese aus einem veränderten Blickwinkel zu betrachten. Hierdurch kann Ruhe einkehren und der nächste Schritt kann ausgeführt werden.

 

 

 

 

 

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