Welche Folgen kann Perfektionismus haben?

Welche Folgen kann Perfektionismus haben?

Das Streben nach Perfektion beeinflusst auf der einen Seite die betroffenen Menschen und auf der anderen Seite deren Umfeld. Solange der Antrieb aus der Ebene des perfektionistischen Strebens kommt, können wir noch von einer gesunden Form des Perfektionismus sprechen.

Kommt der Antrieb jedoch aus der Ebene der perfektionistischen Besorgnis, kann es für den Betroffenen und sein Umfeld gravierende Auswirkungen haben. Der Perfektionismus äußert sich dann in dem Denken, in körperlichen Symptomen und unserem Verhalten.

 

Perfektionistische Denkmuster

Perfektionistische Denkmuster können für einen Perfektionisten eine Belastung werden. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Ich muss immer alles richtig machen.
  • Ich bin ein Versager, wenn ich etwas nicht schaffe.
  • Jeder erwartet, dass ich ihm kompetent helfe.
  • Nur wenn ich immer alles 100-prozentig mache, bin ich etwas wert.
  • Mache ich einen Fehler, lehnen andere mich ab oder halten mich für einen Versager.
  • Jeder der Fehler macht ist ein Versager.
  • Es ist unverzeihlich und schlimm, wenn mir etwas misslingt.
  • Nur wenn ich perfekt bin, habe ich Anerkennung und Liebe verdient.

Perfektionisten richten ihre Aufmerksamkeit gezielt darauf, Fehler und Schwächen bei sich und anderen zu finden.

Ist der Fehler gefunden und benannt, nehmen Perfektionisten dies zum Anlass, sich und andere zu verurteilen. Selbst wenn sie etwas wirklich gut machen, können sich Perfektionisten nur selten freuen. Sie haben den Gedanken, sie hätten es ja vielleicht noch besser machen können!

 

Perfekte Auswirkungen auf den Körper

Das Leben auf der Ebene der perfektionistischen Besorgnis und das Streben nach Perfektion führen zu körperlicher Anspannung und innerer Unruhe. Das Ergebnis ist, dass sich Perfektionisten selbst in einen Stresszustand bringen, in dem alle Symptome, die mit Stress verknüpft sind, auftreten können.

 

Perfekte Gefühle

Perfektionisten haben:

  • Angst vor Fehlern
  • Angst zu versagen
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst vor Erfolg

Menschen die in perfektionistischer Besorgnis leben sind schnell frustriert oder deprimiert, wenn sie der Meinung sind, nicht das Optimum gegeben zu haben oder ihre Ziele zu verfehlen. Sie sind auch nicht mit dem zufrieden, was sie erreichten. Des Weiteren ärgern sie sich maßlos über Fehler und Unvollkommenheiten.

 

Perfektes Verhalten

Perfektionisten trauen sich nur zögerlich an neue Aufgaben heran, weil sie Angst vor den Reaktionen aus dem Umfeld haben. Man könnte sie ja für dumm halten oder sie könnten etwas falsch machen. Übernehmen Perfektionisten dennoch eine Aufgabe, fällt es ihnen schwer, dieses zu beenden, weil sie aus ihrer Sicht noch nicht perfekt sein könnte.

Oft kommt es auch vor, dass Perfektionisten eine Aufgabe auf Grund eines Fehlers abbrechen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb Perfektionisten Ziele die sie erreichen möchten für sich behalten. Wenn sie das Ziel nicht erreichen, dann erfährt das auch niemand.

 

Konsequenzen des Perfektionismus

Perfektion bedeutet Vollkommenheit. Es ist also etwas, das nicht mehr verbessert werden kann. Und dennoch wird es immer wieder erfolglos versucht. Wer sich auf der Ebene des perfektionistischen Strebens bewegt weiß, dass es ihm zeitweise gelingt, in einem Lebensbereich zu einem bestimmten Zeitpunkt perfekt zu handeln. Jedoch in dem Glauben zu leben, über alle Lebensbereiche und zu jedem Zeitpunkt Einhundertprozent zu geben, ist unmöglich. Das übersteigt die menschliche Leistungsfähigkeit.

Macht sich ein Perfektionist von dem Lob und der Anerkennung für seine Leistungen von anderen abhängig, hat das gravierende Folgen für ihn.

Weiter Informationen hierzu finden Sie hier:

http://motivationswerkstatt.de/das-streben-nach-lob-und-anerkennung-haelt-klein/

 

Konsequenzen:

  • Das Selbstwertgefühl wird in Mitleidenschaft gezogen, und die Betroffenen fühlen sich minderwertig, wenn sie Fehler machen oder Schwäche zeigen.
  • Durch das ständige Gefühl zu versagen, können Depressionen entstehen.
  • Die Scham für Fehler und Schwächen sorgt auch für eine Schwächung des Selbstwertgefühls.
  • Perfektionisten werden mit der Zeit starr und unflexibel im Denken und Handeln.
  • Negative Gefühle, die durch Misserfolge und Versagen entstehen, werden durch Suchtmittel oder Suchtverhalten betäubt. Das Suchtverhalten kann bis hin zu einer Zwangsstörung entwickelt werden.
  • Durch den ständig vorhandenen Erfolgsdruck neigt ein Perfektionist zur Überforderung.
  • diese Überforderung sorgt für eine psychische und physische Erschöpfung, die letztendlich zu Schlafstörungen, langanhaltenden Kopfschmerzen, Zwangsstörungen, Burnout, Tinnitus, Angststörungen Depressionen oder Essstörungen führen kann.

 

Seminar am 23.05.2015: Mein Selbstkritiker und ich

 

 

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