Wie Sie das Selbstvertrauen anderer untergraben

Gerade Perfektionisten sind in der Lage in verhältnismäßig kurzer Zeit das Selbstvertrauen Ihrer Mitmenschen zu untergraben. Hierfür ist lediglich eine ausgeprägte Fehlersensibilität notwendig, die sich auf der Ebene der perfektionistischen Besorgnis befindet.

Kontextbezogen ist diese Fähigkeit von großem Nutzen, da sie für ein qualitativ hochwertiges Ergebnis unerlässlich ist. Jedoch wird diese Fähigkeit von Perfektionisten auch kontextübergreifend eingesetzt, was zwischenmenschliche Beziehungen ungemein strapazieren kann.

 

Schwächen ausmerzen, anstatt Stärken zu stärken

Perfektionistische Vorgesetzte sorgen in Unternehmen und Organisationen für frustrierte Mitarbeiter mit mangelndem Selbstvertrauen, und das ohne große Anstrengung. Der Einfachheit halber wird in Unternehmen häufig der beste Mitarbeiter einer Gruppe oder der Mitarbeiter mit der längsten Gruppenzugehörigkeit zum Teamleiter befördert. Dabei ist es unerheblich ob er sich durchsetzen kann, beziehungsweise zurückhaltend und harmoniebedürftig ist. Oder ein anderes Teammitglied bekommt ein ihm fremdes Thema als neues Projekt übertragen, nur weil es noch Kapazitäten frei hat.

Und hier kann das Selbstvertrauen des Mitarbeiters den ersten Knacks bekommen, indem er eine Funktion oder Aufgabe übertragen bekommt, die nicht seinen Stärken entspricht beziehungsweise eine Vorbereitung und Begleitung in der Anfangsphase ausbleibt.

Funktioniert das gewagte Experiment, wird es als selbstverständlich hingenommen und erfährt kaum eine Würdigung. Scheitert das Experiment, erfährt das Selbstvertrauen des Mitarbeiters den zweiten Knacks. Die auftauchenden Defizite und Schwächen werden kritisch betrachtet und angemahnt.

Anstatt dass der Mitarbeiter seine Stärken im Sinne des Unternehmens nutzt und auch dementsprechend eingesetzt wird, versucht er krampfhaft seine Schwächen auszumerzen. Selbstkritische Sätze wie „Warum kann ich das nicht?“ oder „Hoffentlich mache ich das richtig.“ sind für die Produktivität hinderlich.

Was würden Sie von einem Fußballtorwart denken, der im Training Kopfbälle übt mit der Begründung: Meine Kopfbälle sind zu ungenau, das muss besser werden!? Und was würden Sie von einem Trainer halten, der den Torwart auch noch dazu auffordert?

 

Selbstvertrauen stärken

Manchen Zeitgenossen bereitet es Freude, andere Menschen herabzusetzen und ihr Selbstvertrauen zu untergraben. Manchen wird ihr herabsetzendes Verhalten aber auch erst im Nachgang bewusst, wenn sie mit viel Aufwand eine beschädigte Beziehung wieder reparieren.

Es ist gleich, ob Sie in Ihrem privaten Umfeld oder im Beruf das Selbstvertrauen Ihres Gegenübers stärken möchten. Ein einfacher Weg ist das Stellen von Fragen, die vorhandene Ressourcen zum Vorschein bringen.

Hier einige Beispielfragen: 

  • Was fällt Ihnen leicht?
  • Was macht Ihnen Freude?
  • Bei welchen Aufgaben vergessen Sie die Zeit?
  • Wo erzielen Sie ohne besondere Anstrengung gute Ergebnisse?
  • Welche Tätigkeiten bringen Ihnen Energie?
  • Welche selbst gesteckten Ziele haben Sie erreicht und auf welche Stärken führen Sie dies zurück?
  • Was begeistert Sie?

Wie Sie sehen, ist es verhältnismäßig leicht, andere Menschen dazu zu bringen, über ihre Stärken nachzudenken und dadurch ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Versuchen Sie es einfach.

 Bei Fragen einfach fragen! 

Hier geht es zum Online-Seminar: Raus aus der Perfektionismusfalle! 

Klientenmeinungen: Xing Coachprofil Peter Hupke

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