Wortwahl und Denkstil

Geschäftsmann nachdenklich, einsam und müde

Der amerikanische Sozialpsychologe James W. Pennebaker beschreibt in seinem Buch „The secret life of pronouns“ eindrücklich, welche Rückschlüsse die Wortwahl eines Menschen auf seinen Denkstil zulassen.

Pronomen

In umfangreichen Untersuchungen mit Traumapatienten fand Pennebaker heraus, das der beste Indikator für die Genesung eines Patienten der Gebrauch von Pronomen ist.

Je mehr ein Mensch zwischen selbst- und fremdbezogenen Pronomen wechselte, umso besser erholte er sich. Seine Erklärung hierfür: Ein häufiges Springen zwischen „ich“ und „er“ oder „sie“ zeigt, dass ein Mensch zu einem Perspektivenwechsel in der Lage ist. Gerade diese Fähigkeit ist eine wichtige Komponente für psychische Gesundheit.

 

Denkstile

Auf Basis dieser Ergebnisse weitete Pennebaker seine Forschung aus. Er stellte sich die Frage, ob es möglich sei, an Hand eines Aufsatzes, die Persönlichkeit des Schreibers zu erkennen.

Es ist möglich. In einer Faktoranalyse von 8000 Aufsätzen ließen sich die Vorlieben der Schreiber für bestimmte Wörter und Denkstile erkennen. Hieraus wiederum ließen sich weitreichende Schlüsse auf Einstellungen und Verhaltensweisen der Schreiber ziehen.

Folgende Denkstile stellten sich als besonders relevant heraus:

 

Förmliches Denken

Förmliches Denken geht mit vielen Artikeln, Substantiven und Präpositionen einher. Ich-Wörter, Verben in Präsensform und einfache Adverbien werden dagegen sparsam verwendet.

Ein förmlicher Denker lässt sich im Auftreten als intellektuell und distanziert beschreiben. Er wirkt umständlich, steif und manchmal auch humorlos oder arrogant. Status und Macht spielen für ihn eine relativ große Rolle. Selbstreflexion fällt ihm dagegen schwer.

 

Analytisches Denken

Analytisches Denken zielt darauf ab, die Welt zu verstehen, indem Unterschiede identifiziert und Unterscheidungen gemacht werden. Die Sprache eines analytischen Denkers zeichnet sich durch Kausalwörter (weil, aus diesem Grund), Negationen und quantifizierende Wörter (viele, einige, größer) aus. Ein analytischer Mensch verfügt über ein komplexeres Selbstbild.

 

Narratives Denken

Narratives Denken tendiert dazu, Erfahrungen, Erkenntnisse und Erinnerungen in Geschichten zu packen. Dieser Denkstil lässt sich an vielen Personalpronomen (besonders in der dritten Person), Verben in der Vergangenheitsform und Konjunktionen erkennen. Narrative Denker zeichnen sich weiterhin meist durch überdurchschnittliche soziale Fertigkeiten, ein extrovertiertes Auftreten und einen großen Freundeskreis aus.

Obwohl die Art und Weise des Denkens im Laufe des Lebens weitgehend stabil bleibt, lassen sich Veränderungen im Denkstil etablieren, was zu der Erweiterung eines vorhandenen Verhaltensrepertoires führt.

 

 

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