Arbeitslos = wertlos?

In meinem Artikel „Nur wer etwas leistet, ist etwas wert!“ gehe ich auf die stark ausgeprägte Leistungsorientierung von Perfektionisten in Bezug auf ihre Arbeit ein. In diesem Beitrag betrachte ich näher, welche Auswirkungen es haben kann, wenn der Arbeitsplatz auf einmal weg ist.

 

Kündigung

Nicht nur Perfektionisten, sondern auch viele andere Arbeitnehmer sehen in ihrer täglichen Arbeit mehr als nur eine Einkommensquelle. Neben der monatlichen Gehaltszahlung gibt der Arbeitsplatz zum Beispiel

  • Struktur im Alltag
  • gesellschaftliche Anerkennung
  • Selbsterleben von persönlicher Kompetenz
  • Pflege sozialer Kontakte
  • und weiteres

Kommt es zum Verlust des Arbeitsplatzes, kann es geschehen, dass ein Gefühl von Leere oder von Bedeutungslosigkeit entsteht.

Nicht selten hat dieser Einschnitt auch Konsequenzen auf die Paarbeziehung. In einigen Fällen kann es sogar zu Trennungen kommen. Ein Klient schilderte mir in einer Coachingsitzung, dass ihn seine Frau auf Grund des Jobverlustes verlassen hatte. Sie hatte die Befürchtung, den erreichten Lebensstandard aufgeben zu müssen.

Mit dem Verlust des Arbeitsplatzes gehen eventuell auch liebgewonnene Privilegien verloren. Besonders betroffen sind hier Personen in gehobenen Positionen. Bedingt durch die Verantwortung und dem damit verbundenen Zeitaufwand ist für einige Führungskräfte der Arbeitsplatz Zentrum des sozialen Lebens. Mangels Zeit werden berufliche Kontakte in der Freizeit weitergepflegt. Fällt jedoch der Arbeitsplatz weg, brechen meistens auch diese Kontakte weg, was zu einer sozialen Isolation führen kann.

 

Das Gefühl, beziehungsweise der Gedanke von Wertlosigkeit

Wer seine Persönlichkeit stark über seine Arbeit beziehungsweise Leistung definiert, läuft Gefahr, in dem Verlust des Arbeitsplatzes ein persönliches Scheitern zu sehen und sich selbst als wertlos zu stigmatisieren. Das starke Bedürfnis nach Leistung, Anerkennung und Macht kann für den Aufstieg auf der Karriereleiter hilfreich sein, ermöglicht jedoch auch einen tiefen Fall.

Der Bewerbungsprozess am Arbeitsmarkt hat sich stark verändert. Aktuell gibt es in Deutschland 19011 Studiengänge und somit eine Schwemme von Akademikern die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Wer darauf vertraut, nur wegen seiner vergangenen guten Leistungen eine neue Anstellung zu erhalten, kann sich schnell noch tiefer in dem Gedanken der Wertlosigkeit verlieren. Die Bedeutung der „Soft Skills“ hat im Vorstellungsgespräch immens an Bedeutung gewonnen. Eventuelle zukünftige Arbeitgeber haben kein Interesse an dem, was ein Bewerber bisher erzielt hat. Ihnen ist wichtig, was der Bewerber zukünftig für das Unternehmen erreichen wird. Daher ist es für einen potenziellen Arbeitgeber interessant und für das eigene Selbstwertgefühl wichtig, zu wissen, welchen Sinn die eigenen Arbeit für einen selbst hat.

Online-Training: Der nächste Karriereschritt!

Kundenmeinungen zu meiner Arbeit: 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.