Das ist unverzeihlich!

Den Satz „Das ist unverzeihlich“ höre ich in meiner Arbeit häufig von Klienten, wenn sie von erlittenen Demütigungen, Mobbingattacken oder von erlebter Ausgrenzung berichten. Es dauert dann eine Zeitlang, und verschiedene Blickwinkel sind notwendig, bis die Einsicht kommt, dass durch bewusstes Verzeihen die eigene Entwicklung gefördert wird.  

 

Weshalb verzeihen schwerfällt

Der Prozess des Verzeihens wird vielfach durch eine der folgenden Reaktionen blockiert beziehungsweise verzögert.

  • Das hat er/sie nicht verdient! Diese Reaktion resultiert aus der Annahme, dass das Verzeihen nicht gerechtfertigt ist. Der Verletzende lacht sich sicherlich schlapp wenn ihm verziehen wird und der Verzeihende ist der Dumme.
  • Er/sie muss sich erst entschuldigen! Eine Entschuldigung ist nicht selbstverständlich und lässt sich nicht erzwingen. Durch das Warten auf eine Entschuldigung kann ein Teufelskreislauf aus Sturheit und Vergeltung angestoßen werden.
  • Was habe ich davon, wenn ich ihm/ihr verzeihe? Wir leben in einer ökonomischen Gesellschaft, die von einem Kosten-Nutzen-Denken geprägt ist. Daher ist der Mehrwert des Verzeihens häufig nicht auf den ersten Blick und manchmal auch nicht auf den zweiten Blick erkennbar.
  • Ich kann dem Täter nicht gegenübertreten! Diese Reaktion resultiert meistens aus einem Schamgefühl heraus. Entweder schämt sich der Geschädigte für das, was ihm widerfahren ist, oder er schämt sich für seine eventuelle Reaktion, wenn es zu einer Begegnung kommt.

 

Verzeihen bedeutet nicht gut heißen

In fast allen Klientensitzungen, in denen der Prozess des Verzeihens thematisiert wird, herrscht zu Anfang die Meinung, dass mit dem Verzeihen die Verletzung oder Demütigung akzeptiert wird. Das ist jedoch nicht der Fall. Verzeihen bedeutet nicht automatisch, mit dem Anderen wieder gut zu sein. Auch wenn verziehen wird, kann die Tat als unangemessen, falsch, niederträchtig oder ähnliches bewertet werden. Mit dem Verzeihen entscheidet sich ein Menschen lediglich dazu, nicht länger zuzulassen, dass die Tat sein Leben dauerhaft negativ beeinflusst. Die Tat selbst jedoch wird durch das Verzeihen nicht besser.

 

Verzeihen bedeutet sich lossagen

Laut Duden leitet sich das Wort verzeihen von dem mittelhochdeutschen verzīhen ab und bedeutet auch: versagen, abschlagen, sich lossagen. Persönlich gefällt mir die Bedeutung „sich lossagen“ gut. Durch die aktive Handlung des sich Lossagens übernehme ich die Verantwortung und bewege mich aus der Opferrolle heraus.

 

Souveränes Verhalten ist lernbar!

Kundenbewertungen meiner Arbeit: Xing Coachprofil Peter Hupke

 

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