Der Blick durch die Fehlerbrille

Perfektionisten betrachten ihre Welt bevorzugt durch eine Fehlerbrille. Egal wie sie in den Besitz ihrer Fehlerbrille gekommen sind, ist das durch die Brille Sichtbare identisch, die eigenen ebenso wie die Fehler anderer.

 

Konflikt

Ist der Fehler erkannt, geht es einen Schritt weiter. Der Fehler wird benannt, was in der Regel zu einem Konflikt führt. Handelt es sich um einen Fehler den der Perfektionist an sich oder in seinem Verhalten feststellt, meldet sich ohne große Verzögerung der eigene Selbstkritiker zu Wort. Die Wortwahl des Selbstkritikers ist in der Regel genau das Gegenteil von fürsorglich und unterstützend. Die Worte sind strafend und erniedrigend.

Stellt der Perfektionist den Fehler an seinem Gegenüber oder in dem Verhalten des Gegenübers fest, fällt es ihm leicht dies anzusprechen. Häufig geschieht dies unter dem Vorwand „ich will doch nur helfen“.

Beide Szenarien können letztendlich in einem Konflikt enden, in dem es keinen Gewinner gibt.

 

Was ist ein Fehler?

Dem Begriff „Fehler” wird die Existenz eines Zustands oder Vorgangs zu Grunde gelegt, der bezüglich seiner zu erfüllenden Aufgaben festgelegt ist. Unter einem Fehler verstand man lange Zeit die Abweichung von dieser Grundlage.

Zwischenzeitlich wurde jedoch die Definition verändert. In der Normung wird nun “Fehler” definiert als einen „Merkmalswert, der die vorgegebenen Forderungen nicht erfüllt“ und als „Nichterfüllung einer Anforderung“; [1] dabei wird die Anforderung definiert als „Erfordernis oder Erwartung, das oder die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend ist“. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fehler)

In der zwischenmenschlichen Interaktion ist die etwas vereinfachte Definition eines Fehlers das unerwünschte Ergebnis eines Tuns oder Lassens. Es ist in den seltensten Fällen schon von vornherein zu erkennen, ob es sich wirklich um einen „Fehler“ handelt. Selbst im Nachhinein lässt sich nicht immer eindeutig bestimmen, welcher Maßstab der passende ist, um festzustellen, was richtig gewesen wäre.

 

Wie mit Fehlern (leider) umgegangen wird und das Resultat davon

Gleich ob im Privaten oder im Unternehmen, der Umgang mit einem Fehler ist in beiden Bereichen leider identisch und weit verbreitet. Es ist eine Mischung aus dem Herausfinden, wer den entscheidenden Fehler gemacht hat, der Vertuschung und der Angst vor der Verurteilung beziehungsweise den Folgen. Oder in einfachen Worten ausgedrückt: Die Angst, einen Fehler zu machen, lähmt in der Entscheidungsfindung. Die Angst, dass der Fehler ans Licht kommt, setzt einen ungünstigen Prozess in Gang. Fehler Nummer eins wird verheimlicht, daraus entsteht Fehler Nummer 2.

 

Absetzen der Fehlerbrille

Fehler geschehen. Sie verlieren jedoch ihren Schrecken, wenn sie als Ereignis mit einer inneren Distanz betrachtet werden und ein offener Umgang mit der eingetreten Konsequenz stattfindet. Wird die Konsequenz, die aus einem Ereignis resultiert, als Basis für das weitere Vorgehen verwendet, können vielfältige Optionen daraus entstehen. Ein Fehler ist nur dann schlimm, wenn er auch so bewertet wird.

 

Raus aus der Perfektionismusfalle! 

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