Der Don Quijote des 21. Jahrhunderts und sein Ritt in den Burnout

In letzter Zeit werde ich in meiner Arbeit mit Kunden, gerade im beruflichen Kontext, häufig an meine Kindheit erinnert. In der spanischen Zeichentrickserie „Don Quijote – Der Ritter von der traurigen Gestalt“ wurden die Abenteuer des Landadeligen Alonso Quijano erzählt, der eines Tages beschloss, ein fahrender Ritter zu werden, um mit seinem treuen Gefährten Sancho Panza das Unrecht in der Welt zu bekämpfen und ewigen Ruhm zu erlangen.

Als Kind liebte ich die Abenteuer von Don Quijote und Sancho Panza.

Heute beobachte ich, wie Menschen in Unternehmen Abenteuer suchen, die dann jedoch einen ähnlichen tragischen Ausgang nehmen wie einst die Abenteuer von Don Quijote in der Zeichentrickserie.

Das Don Quijote Syndrom

Die wohl bekannteste Geschichte von Don Quijote ist sein Kampf gegen die Windmühlen, die er für bedrohliche Riesen hielt. Und obwohl sein treuer Gefährte Sancho Panza ihm von dem Kampf abriet, trat Don Quijote gegen die Windmühlen an, um sie zu besiegen und so die Welt zu retten.

Auch wer die Zeichentrickserie oder die Bücher nicht kennt, kann sich ausmalen wie der Kampf des Ritters von der traurigen Gestalt gegen die vermeintlichen Riesen ausging.

Don Quijote erlitt großen körperlichen Schaden.

Was hat das nun mit Menschen in Unternehmen zu tun?

Wie Don Quijote wollen viele Menschen in Unternehmen gegen Windmühlen, die sie als Riesen und Ungeheuer wahrnehmen, kämpfen und so dem Unrecht entgegenwirken.

Die häufigsten Windmühlen unserer Zeit sind

  • Menschen die in der Hierarchie über einem stehen, deren Verhalten bemängelt wird und die sich gefälligst verändern sollen,
  • Arbeitsprozesse und Veränderungen, die auf wenig bis gar keine Akzeptanz treffen und gegen die gearbeitet wird,
  • Arbeitsinhalte, die als sinnlos bewertet werden und eine hohe Arbeitslast, die gestemmt werden will.

Ein moderner Don Quijote lässt sich nicht von seinem Weg abbringen. Gemeinsam mit Sancho Panza – diese Rolle wird in der Regel von einem oder mehreren Kollegen übernommen – wird darüber geklagt, wie schlecht es doch in der Abteilung / Unternehmen ist. Hier greift die Gruppenregel „Jammern verbindet und wer nicht mitjammert wird ausgegrenzt“.

Durch das gemeinsame Jammern angespornt, wird unter größten Anstrengungen alles unternommen, um Aufgaben zu lösen oder Veränderungen in einer Organisation umzusetzen beziehungsweise zu verhindern, für die unserem modernen Don Quijote weder die Verantwortlichkeit, die Mittel noch die nötige Unterstützung innerhalb der Organisation zur Verfügung stehen.

Über einen zu langen Zeitraum wird zu viel Energie aufgebracht, um den Kampf für sich entscheiden zu wollen, was in vielen Fällen in einem Erschöpfungszustand endet. Viele Besiegte brauchen Monate, um wieder zu Kräften zukommen.

Wie lässt sich ein Ausbrennen verhindern?

Zwei Fragen können hier bereits den ersten kleinen Schritt in Richtung der Vermeidung lenken.

  1. Welche Aufgaben liegen wirklich in meinem Verantwortungsbereich?
  2. Welchen Sinn gebe ich meiner Arbeit?

Die erste Frage hilft dabei, den eigenen zur Verfügung stehenden Rahmen innerhalb der Hierarchie abzustecken und so einer eventuell permanenten Grenzüberschreitung vorzubeugen.

Die zweite Frage dient dazu, sich aus der Mangelposition eines „Sinnsuchenden“ zu lösen und die eigene Arbeit aktiv durch eine persönliche Sinngebung zu gestalten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit

Souveränität ist lernbar!

Referenzen und Kundenmeinungen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hier finden Sie mehr über mich