Die Frage nach Schwächen im Vorstellungsgespräch

Eine Frage die nach wie vor gern im Vorstellungsgespräch gestellt wird, ist die Frage nach individuellen Schwächen. Welche Antwortstrategien jenseits der typischen Empfehlungen möglich sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Weshalb wir diese Frage gestellt?

Mit der Frage nach den individuellen Schwächen wird die Fähigkeit sich selbst einzuschätzen hinterfragt. Menschen ohne Schwächen gibt es nicht. Daher bereiten Sie sich auf diese Frage gut vor. Selbst wenn Ihnen diese Frage nie gestellt wird, hilft sie Ihnen dabei, Ihre Stärken noch feiner herauszuarbeiten.

 

Arten der Fragestellung

Die Frage nach Schwächen kann im Vorstellungsgespräch auf verschiedene Arten gestellt werden. Hier einige Beispiele:

  1. Welche Schwächen sind im Arbeitsalltag typisch für Sie?
  2. Welche Eigenschaft würden Sie gern an sich ändern?
  3. Welche persönlichen Stärken hat Ihr momentaner/letzter Chef, die Ihnen fehlen?
  4. usw.

 

Antwortmöglichkeiten

Die nachfolgenden drei Strategien zur Beantwortung der Frage nach Schwächen haben sich in Vorstellungsgesprächen als brauchbar erwiesen:

 

Schwächen, die nicht schaden

Fragen Sie sich bitte, aus welchem Grund Sie sich für den Beruf/das Studium entschieden haben, den Sie ausüben beziehungsweise das Sie abgeschlossen haben. Hier liegt eine Ihrer Stärken.

Jetzt Fragen Sie sich bitte, welchen Beruf/Studium Sie niemals ausüben oder absolvieren wollen. Hier liegt eine Ihrer Schwächen.

Nun setzen Sie dies zusammen. Erst die Schwäche und abschließend die Stärke.

Beispiel:

Ein Betriebswirt der sich nach seinem Studium in den Vertrieb hinein bewirbt:

„Ich kann zwar Bilanzen lesen und verstehen, jedoch gibt es Menschen die besser darin sind, Zahlenmaterial zu analysieren und zu interpretieren. Meine Stärke liegt in der Gesprächsführung. Ich bin gut da drin Kontakte auf- und auszubauen.“

 

Aus Fehlern lernen

Diese Strategie lässt sich auch auf die Frage nach einem Misserfolg anwenden.

Nehmen Sie eine berufliche Aufgabe, die Ihnen misslungen ist. Erläutern Sie kurz den Fehler, der Ihnen unterlaufen ist und welche Konsequenz dieser hat. Schildern Sie, welchen Lerneffekt Sie daraus gezogen haben und wie Sie heute diesen oder ähnlich gelagerte Fehler vermeiden.

Beispiel:

Als ich das erste Mal eine E-Mail Kampagne aufsetzte, vertauschte ich beim Versenden die Anreden. Aus Herrn Max Mustermann wurde Frau Max Mustermann und umgekehrt. Dies sorgte bei einigen Kunden für Unmut. Dadurch lernte ich, Datenabfragen präziser zu formulieren und eine zweite Kontrollinstanz einzuführen. Heute plane ich mir eine halbe Stunde mehr an Zeit ein, um nach der Datenselektion und einer kurzen Pause eine abschließende Kontrolle durchzuführen.

 

Kontext bezogen

Diese Strategie ist für Fortgeschrittene und setzt ein Maß an Selbstreflexion voraus. Suchen Sie sich eine Ihrer Charaktereigenschaften aus. Als Beispiel nehme ich an dieser Stelle die Charaktereigenschaft „ruhiges Verhalten“. Jetzt suchen Sie sich einen Kontext aus, in dem dieses Verhalten eine Schwäche sein kann und einen Kontext, in dem dieses Verhalten eine Stärke ist. Wichtig! Erst die Schwäche nennen und mit der Stärke enden!

Beispiel:

Wissen Sie, meine ruhige Art könnte in einem Teammeeting von einem Außenstehenden als Schwäche ausgelegt werden. Jedoch ist sie in einem Kundengespräch eine immens große Stärke. Durch meine ruhige Art und durch gezielte Fragen gebe ich meinem Gesprächspartner Raum für sein Anliegen und gewinne wertvolle Informationen, die ich in die Angebotsgestaltung und die Vertragsverhandlung einfließen lasse.

 

Für anstehende Vorstellungsgespräche wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

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