Grenzverletzungen und der damit verbundene Verlust an Souveränität

Täglich sind wir Situationen ausgesetzt, in denen es zu kleinen oder großen Übergriffen, Machtspielchen oder Respektlosigkeiten kommen kann. Manche meistern wir souverän, und mit anderen sind wir überfordert. Um die überfordernden Situationen im Alltag zu minimieren, kann es helfen sich in den Situationen oder kurz danach selbst zu reflektieren. Auf welche Verhaltenskriterien dabei zu achten ist oder welche Kriterien Sie für eine Verhaltensänderung beobachten können, lesen Sie im Folgenden.

 

Grenzverletzung

Eine Verletzung der eigenen Grenzen kann durch einen Interessenkonflikt erfolgen, wenn wir glauben, nicht respektiert zu werden, oder durch die Ignoranz unserer Bedürfnisse beziehungsweise unserer Person. Die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten mit Grenzverletzungen umzugehen lassen sich grob in drei Kategorien einteilen.

  • Offensiv verteidigen

Der Grenzverletzer wird mehr oder weniger aggressiv zur Rede gestellt, um die eigenen Interessen zu verteidigen.

  • Unterwerfen

Um des lieben Friedens willen oder aus Angst vor dem Unmut des anderen machen wir nichts.

  • Verhandeln

Wir können dem Grenzverletzer auf Augenhöhe begegnen und unsere Interessen klar artikulieren. Dies geschieht, ohne ihn aus einer Emotion heraus anzugreifen.

 

Was Menschen an der Wahrung ihrer Grenzen hindert

Durch meine therapeutische Arbeit und meine Tätigkeit als Trainer für philippinische und chinesische Kampfkunst sind mir drei Faktoren besonders aufgefallen, die Menschen daran hindern, selbstbewusst ihre Grenze zu wahren.

  • Erfahrungen

Erfahrungen und/oder Erziehungseinflüsse prägen einen Menschen. Das kann so weit gehen, dass sie glauben keine Grenzen zu haben, die es zu schützen gilt.

  • Konsequenzen

Viele Menschen würden zwar gern ihre Grenzen schützen, sie fürchten sich jedoch vor den möglichen Konsequenzen einer Verteidigung.

  • Kompetenz

Manchen Menschen mangelt es an der nötigen Kompetenz, die eigenen Grenzen zu schützen. Weil sie zu schüchtern und leise sind oder zu aggressiv und laut, können sie sich nicht effektiv ausdrücken und durchsetzen.

 

Beobachten Sie Ihr Verhalten

Souveränität ist erlernbar. Ein erster Schritt ist, das eigene Verhalten in einer stressigen Situation zu beobachten. Hier finden Sie die Kriterien, auf die Sie achten können und erfahren, welchem Verhalten sie sich zuordnen lassen.

Aggressives Verhalten

Stimme:

Der Klang der Stimme kann von brüllend oder schreiend über bedrohlich zischend reichen.

Formulierung:

Die Formulierungen sind beleidigend, drohend oder verletzend.

Inhalt:

Der Inhalt ist frei von Erklärungen und Begründungen. Die Rechte anderer werden ignoriert. Es herrscht eine Kompromisslosigkeit, die mit Drohungen und Beleidigungen einhergeht.

Mimik/Gestik:

Der Blick ist entweder starr auf das Gegenüber gerichtet, oder der Blickkontakt wird vermieden (das Gegenüber wird keines Blickes gewürdigt). Die Gestik kann von kontrolliert über drohend bis wild gestikulierend reichen.

Wirkung:

Auf das Gegenüber kann dieses Verhalten einschüchternd oder provozierend wirken.

Unsicheres Verhalten

Stimme:

Bei einem unsicheren Verhalten ist die Stimme leise.

Formulierung:

Ein unsicherer Mensch drückt sich unklar und vage aus.

Inhalt:

Der Inhalt ist mit überflüssigen Erklärungen angereichert. Die eigenen Bedürfnisse werden hintangestellt, und es findet durch die Verwendung des Pronomens „man“ eine Dissoziierung statt. Die eigenen Empfindungen werden indirekt ausgedrückt.

Mimik/Gestik:

Ein Blickkontakt wird vermieden und die Gestik ist kaum vorhanden oder verkrampft.

Wirkung:

Bei dem Gegenüber kann entweder ein Überlegenheitsgefühl entstehen oder Mitleid geweckt werden.

Souveränes, sicheres Verhalten

Stimme:

Bei einem souveränen Auftreten ist die Stimme laut und klar.

Formulierung:

Die Formulierungen sind eindeutig.

Inhalt:

Der Inhalt zeichnet sich durch eine präzise Begründung aus. Die eigenen Bedürfnisse werden deutlich ausgedrückt, und mit dem Personalpronomen „ich“ findet ein Assoziierung statt.

Mimik/Gestik:

Der Blickkontakt wird gesucht und die Gestik ist durch eine entspannte Körperhaltung lebhaft.

Wirkung:

Das Gegenüber fühlt sich akzeptiert und gleichberechtigt.

 

Mehr zu dem Thema Souveränität finden Sie hier: Wann ist ein Mensch eigentlich souverän

Souveränes Verhalten ist lernbar!

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