Interpretation

Die Art und Weise wie Menschen über eine Situation denken, beeinflusst in starkem Maße ihre Gefühle und ihr Verhalten in dieser Situation. Ein Weg, um Perfektionismus, Selbstkritik oder Versagensangst entgegenzuwirken ist die bewusste, getrennte Betrachtung der eigenen Interpretation und der aktuellen Situation, in der man sich befindet.

ABC-Schema

Um mit seinem Perfektionismus oder eventuellen Ängsten einen Umgang zu finden, ist das ABC-Schema eine von vielen Möglichkeiten. Das ABC-Schema dient der bewussten Trennung einer Situation von der eignen Interpretation. Es wurde im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt. Das Schema unterteilt sich in drei Stufen.

Activating experiences = innere oder äußere Wahrnehmung einer Situation

Beliefs = Interpretation

Consequences = Gefühl und Verhalten

 

Wahrnehmung der Situation

Zu der inneren und äußeren Wahrnehmung der Situation gehören die Fakten, also das, was man sehen, riechen, hören, schmecken, ertasten oder auf der Haut spüren kann.

 

Interpretation

Das Gehirn verarbeitet die wahrgenommen, gesammelten Fakten und gibt ihnen eine Bedeutung. Hier wird der Bereich der Fakten verlassen. Eine Interpretation entsteht.

 

Gefühl und Verhalten

Die Interpretation löst ein Gefühl aus, das in einem Verhalten resultiert. Ein Angstgefühl führt zu einer Flucht- oder Angriffsreaktion, ein glückliches Gefühl zu einem offenen und kreativen Verhalten.

 

Erkennen der eigenen Interpretation

Wie ein Mensch eine bestimmte Situation interpretiert, hängt unter anderem von seiner Persönlichkeit, seinen Erfahrungen und dem sozialen Umfeld in dem er aufwuchs ab. Wer verinnerlicht, dass man eine Situation immer interpretiert und die eigene Interpretation nicht mit der Situation gleichzusetzen ist, gewinnt für sich ein großes Stück an Autonomie. Bei manchen Interpretationen, die jemand für absolut unumstößlich hält, fällt es schwer zu erkennen, dass es sich dabei nur um eine von mehreren möglichen Interpretationen handelt und es nicht die einzige, richtige Interpretation gibt.

 

Die Interpretation bestimmt das Gefühl und das Verhalten

Ein wunderbares Beispiel hierfür ist die Geschichte von dem Mann mit dem Hammer von Paul Watzlawick.

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüber zu gehen und  sich den Hammer auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile aber auch nur vorgetäuscht und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor der “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn unser Mann an: “Behalten Sie ihren Hammer”.

 

Jeder Mensch entscheidet selbst, welche Interpretation einer Situation er wählt.

Was fängt man mit dieser Erkenntnis nun an? Was kann sie für die eigene psychische Gesundheit beitragen?

Die Erkenntnis macht deutlich, dass man die Interpretation einer Situation beeinflussen kann. Zwischen A und C liegt der Schritt, über den jeder selbst entscheiden kann.

Jeder kann sich also bewusst entscheiden, über Dinge anders zu denken und so Situationen auf andere Weise zu interpretieren. Das kann uns in der persönlichen Entwicklung voranbringen und das Gefühlserleben verändern. Möglichkeiten, um B zu verändern finden Sie hier: Und was ist, wenn es anders sein könnte? 

 

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