Klappern gehört zum Handwerk – Teil I

Die Arbeitswelt unterliegt einem stetigen Wandel, der das Personal in Unternehmen täglich vor Herausforderungen stellt.

Unter anderem gewinnt gerade im Rahmen des agilen Arbeitens die innerbetriebliche bereichsübergreifende Zusammenarbeit immer größere Bedeutung. Um sich hier als leistungstragende Person im Unternehmen zu positionieren, ist neben der fachlichen Kompetenz auch die eigene Sichtbarkeit und der Bekanntheitsgrad in der Organisation unabdingbar.

In meiner Coachingpraxis beobachte ich jedoch, dass eine Vielzahl von gut qualifizierten Menschen nur auf ihre fachliche Expertise setzen und ihr Image für eine berufliche Weiterentwicklung unberücksichtigt lassen.

Ja sie reagieren sogar abwehrend, wenn sie auf ihre Selbstmarketingstrategie angesprochen werden. Häufig wird mit dem Begriff “Selbstmarketing” beziehungsweise “Selbstvermarktung” unsympathische Angeberei und Profilierung auf Kosten anderer verbunden.

Leider ist dieses Denken in vielen Fällen der Grund, weshalb die Gehaltsverhandlung im Personalgespräch scheitert, interessante und verantwortungsvolle Aufgaben an andere angestellte Personen im Unternehmen vergeben werden oder die lang angestrebte Beförderung ausbleibt.

Im Folgenden will ich Ihnen die drei häufigsten einschränkenden Glaubenssätze in Bezug auf Selbstmarketing kurz vorstellen.

Ich bin doch kein Schaumschläger!

Auf Platz Nummer drei steht die Annahme, dass ausschließlich fachlich inkompetente Menschen sich und ihre ausbaufähige Arbeitsleistung in den Mittelpunkt stellen müssen. Dieser Glaubenssatz lässt jedoch zwei Aspekte außer Acht:

1.

Für die Leistung angestellter Personen in einem Unternehmen gibt es einen internen Markt, auch wenn Sie dies nicht wahrhaben möchten. Aber welche Menschen werden um Tipps und Informationen gebeten? Die Menschen, die sich mit ihrer fachlichen Kompetenz hervortun, oder die Menschen, die sich ohne fachliches Wissen hervortun, oder die Menschen die zwar fachlich gut sind aber nicht auffallen?

Daher ist eine Positionierung auf diesem internen Markt keine Schaumschlägerei, sondern vielmehr betriebswirtschaftliches Handeln als Unternehmer in eigener Sache zum Nutzen der internen Kunden und zum eigenen Nutzen.

2.

Der Ton macht die Musik. Also achten Sie darauf, WIE Sie Ihr positives Selbstmarketing kommunizieren. Wenn Ihnen zu Beginn die Ideen fehlen, ist das Einfachste, sich im Unternehmen ein Vorbild für schlechtes und ein Vorbild für gutes Selbstmarketing zu suchen und durch Beobachtung von beiden zu lernen.

Wir sind doch der gleichen Meinung!

Auf Platz Nummer zwei steht die Annahme, dass das Umfeld dieselben Meinungen und Ansichten hat wie man selbst. Diese Annahme lässt jedoch außer Acht, dass jeder von uns autonom ist und über eigene Erwartungen, Erfahrungen und Befindlichkeiten verfügt. Daher ist die Wahrnehmung desselben Sachverhaltes durch zwei Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschiedlich. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass beide dieselben Erwartungen, Erfahrungen und Befindlichkeiten haben. Zum Beispiel, wenn eine Person der andern gefallen möchte und die eigene Autonomie hintanstellt oder beide sich ein Gehirn teilen.

Die müssen doch sehen, dass ich gut bin!

Auf Platz Nummer eins steht die Annahme, dass die eigene, hervorragende Arbeitsleistung für sich selbst spricht. Diese Annahme setzt voraus, dass das Umfeld auch einen Blick dafür hat. In vielen Unternehmen ist dies jedoch nicht der Fall. Daher empfiehlt es sich, frei nach dem Motto „Klappern gehört zum Handwerk“ über seine Leistungen im gleich- und höhergestellten Kollegenkreis zu sprechen. Und zwar ruhig ein- bis zweimal in der Woche.

Je mehr Sie sich vorhandene hinderliche Glaubenssätze und deren Konsequenzen bewusst machen, desto leichter fällt es dies anzugehen und ein dem beruflichen Werdegang förderliches Selbstmarketing zu entwickeln.

In einem meiner nächsten Blogbeiträge werde ich näher auf die Komponenten eines förderlichen Selbstmarketings eingehen.

Souveränität ist lernbar!

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