Souverän trotz Stress

Durch die Komplexität im beruflichen Alltag fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer permanent am Rande ihrer Leistungsfähigkeit.

Umstrukturierungen und Rationalisierungen durch wachsenden Wettbewerbsdruck sowie Personalabbau und daraus resultierende Arbeitsverdichtung werden häufig als Gründe für Überlastung genannt.

 

Fürsorgepflicht und Eigenverantwortung

Mittlerweile gehören psychische Erkrankungen zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen, welche über die letzten Jahre auch kontinuierlich angestiegen sind. Laut dem Barmer Arztreport aus dem Februar 2018 ist vor allem in der Gruppe der 18 – 25 jährigen die Rate bei der Diagnose “Depression” im Zeitraum 2005 bis 2016 um 76 Prozent gestiegen (https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reports/arztreporte/barmer-arztreport-2018-144304 ). Unabhängig davon ob es sich um einen Berufseinsteiger oder um einen Berufserfahrenen, handelt, Unternehmen und Führungskräfte haben für ihre Angestellten eine Fürsorgepflicht. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite liegt es auch in der Eigenverantwortung eines jeden Mitarbeiters, Bewältigungsstrategien für einen souveränen Umgang mit stressigen Situationen zu entwickeln.

Wie lassen sich Situationen meistern, in denen man ständig mit Druck von außen konfrontiert ist?

Welche Möglichkeit gibt es, sich vor einer zu hohen Arbeitsbelastung zu schützen, die einen an die eigene Leistungsgrenze bringt?

 

Souveränität bewahren

Die eigene Souveränität lässt sich in erster Linie durch Selbstmanagement sicherstellen.

Hierzu ist es empfehlenswert, sich über die Verwendung der eigenen Zeit Gedanken zu machen, Grenzen zu ziehen, Aufgaben zu priorisieren und über die Identifikation mit der übertragenen Aufgabe nachzudenken. Lassen Sie uns nachfolgend die einzelnen Punkte zur Wahrung der eigenen Souveränität näher betrachten.

 

Zeit

Jedem Mensch steht täglich, wöchentlich, monatlich und jährlich die gleiche Anzahl von Stunden zur Verfügung. Die Frage die sich stellt, ist: Wie wird diese Zeit genutzt? Daher ist es empfehlenswert zu überlegen, welche Bereiche Zeit beanspruchen. Diese Bereiche können sein: Arbeit, Partnerschaft oder Familie, Freundeskreis, Hobbies und Interessen, Weiterbildung und, ganz wichtig, Erholungsphasen (Heute schon Pause gemacht?).

Wer immer nur arbeitet oder sogar noch mehr arbeitet, muss diese Zeit von den anderen Bereichen abziehen. Dies geht zu Lasten von Beziehungen, der persönlichen Weiterentwicklung und eventuell nötiger Erholungsphasen. Dadurch kann eine Unausgeglichenheit entstehen, die sich reduzierend auf die Leistungsfähigkeit im Beruf auswirkt.

 

Grenzen

Um die eigene Souveränität zu wahren ist es unabdingbar, Grenzen zu ziehen. Eine wichtige Grenze ist die in Bezug auf die tägliche Arbeitszeit. Wer seinen privaten Interessen und Verpflichtungen nachkommen will, wird irgendwann im Laufe des Tages seinen Arbeitsplatz verlassen müssen. Weiterhin ist der Abstand vom Arbeitsplatz notwendig, um sich zu erholen und Energie zu tanken. Wer vermeiden will sich von der Arbeit vereinnahmen zu lassen, ist angehalten, sich den positiven Effekt von Pausen und Arbeitszeitgrenzen bewusst zu machen und diese auch einzuhalten.

Ausnahmen sind hier termingebundene Arbeiten. Stehen solche an, ist es empfehlenswert mit sich selbst einen Vertrag zu schließen, in dem fixiert ist, wie eine Erholungsphase nach Beendigung der Arbeit gestaltet wird.

Eine weitere Art der Abgrenzung findet im Rahmen der Kommunikation statt.

Welche Führungskraft freut sich nicht, wenn der pflichtbewusste Mitarbeiter eine Aufgabe widerspruchslos annimmt und sie sich darauf verlassen kann, dass diese nach seiner Vorstellung erledigt wird?

Doch dies kann schnell, sofern sich der Mitarbeiter seines pflichtbewussten Verhaltens nicht bewusst ist und die Führungskraft ständig auf diese Ressource zurückgreift, zur Überlastung führen. Daher ist es für den Mitarbeiter empfehlenswert, sich durch ein freundliches jedoch bestimmtes Nein abzugrenzen. Weitere Informationen finden Sie hier: Nein ist ein ganzer Satz   

 

Priorisierung

Ein weiterer Schritt, um eventuellem Stress im beruflichen Alltag entgegenzuwirken und seine Souveränität zu wahren, ist das Prüfen und Hinterfragen, in wie weit eine neu übernommene Aufgabe den eigenen oder übergeordneten Zielen dienlich ist. Denn nicht jede Aufgabe oder jeder Termin ist gleich wichtig. Bei genauer Betrachtung stellt sich oft heraus, dass sich ursprünglich dringliche Aufgaben in ihrer Priorität relativieren. Aufgaben, die wichtig sind, benötigen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Für die Erreichung eines bestmöglichen Ergebnisses ist es wichtig, nur eine Aufgabe zu bearbeiten und erst nach deren Beendigung eine neue anzufangen.

 

Identifikation

Der letzte Punkt, um in stressigen Situationen seine Souveränität zu wahren ist die Identifikation mit der Aufgabe oder dem Ergebnis. Für die Identifikation ist im Besonderen die persönliche Einstellung entscheidend. Fragen Sie sich daher:

Welche Einstellung habe ich zu der mir übertragenen Aufgabe oder dem zu erreichenden Ergebnis?

Falls Sie auf eine Antwort stoßen, die Widerwillen erzeugt, stellen Sie sich die nächste Frage:

An welchem noch so kleinen Punkt findet eine Interessenüberscheidung beziehungsweise Identifikation statt?

Falls dies noch nicht ausreichend ist, fragen Sie sich weiterhin, was Sie benötigen um die vorhandene Identifikation auszubauen. Eine zu erledigende Aufgabe oder ein zu erreichendes Ergebnis wird nie als stressig empfunden, wenn die eigene Einstellung damit im Einklang ist.

 

Souveränes Auftreten ist lernbar!

Kundenmeinungen zu meiner Arbeit:


 

 

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