Teufelskreis Motivation durch Boni und Incentives

Es gibt immer noch Führungskräfte die der Ansicht sind, Mitarbeiter müssen ständig neu extrinsisch durch Boni-Zahlungen, Incentives oder Lob vor der versammelten Belegschaft motiviert werden, da sonst ihre Leistung nachlässt. Leider erzielen diese Instrumente nur eine kurzfristige Wirkung, wenn überhaupt.

 

Boni und Incentives als Zwang

Für Unternehmen wird es schwerer und schwerer, neue und gute Mitarbeiter zu gewinnen. Daher sehen sich viele Führungskräfte in der Verantwortung, die Leistungsbereitschaft ihrer vorhandenen Mitarbeiter aufrecht zu erhalten beziehungsweise ständig zu steigern. Also überlegen sie sich ein Incentive nach dem anderen.

Aus eigener langjähriger Vertriebserfahrung weiß ich, dass diese Art des Anreizes auf Dauer zu einer Abstumpfung der Mitarbeiter führt. Das kann so weit gehen, dass sich die Mitarbeiter insgeheim fragen: „Weshalb soll ich mehr leisten, wenn es dafür keine Boni beziehungsweise Incentives gibt?“. Die verantwortliche Führungskraft wird mit dieser offenen oder verdeckten Erwartungshaltung der Mitarbeiter konfrontiert. Nach dem Motto „Mehr vom gleichen“ intensiviert die Führungskraft die extrinsische Motivation durch noch mehr Incentives und verstärkt dadurch die entsprechende Erwartungshaltung der Mitarbeiter. Die Folge ist, dass die Mitarbeiter nur noch auf die Anreize reagieren.

 

Fragwürdiges Führungsverständnis

Es wäre doch ein Leichtes für die Führungskraft, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Es stellt sich also die Frage, weshalb viele Führungskräfte in Unternehmen diese fragwürdige Motivationsmaschinerie jeden Monat aufs Neue bedienen?

Eine Führungskraft wird an der Leistung ihres Teams gemessen. Aus Angst, die Leistung des Teams könnte sinken und die Führungskraft selbst könnte gegenüber ihrem Vorgesetzten schlecht da stehen, greift sie in die Motivationstrickkiste und lässt ein Incentive dem nächsten folgen. Wir könnten hier auch von einer Abhängigkeit der Führungskraft von ihrem Team sprechen.

Auf meine Frage nach den Beweggründen einer solchen Incentive-Ralley, antwortete ein Großteil der Führungskräfte, dass Arbeit vor allem als Pflichterfüllung gesehen wird. Motivation wird als die Abwesenheit von Demotivation gesehen. Lesen Sie hierzu auch: Die Motivation kommt doch jeden Monat auf das Konto

 

Ausstieg aus dem Teufelskreis

Natürlich ist eine angemessene Entlohnung für den Mitarbeiter ebenso wichtig wie das Anerkennen seiner Arbeitsleistung. Jedoch lässt sich die Mitarbeitermotivation nicht durch Boni und Incentives steigern. Reinhard K. Sprenger beschreibt dies treffend in seinem Buch „Mythos Motivation“. Führungskräfte binden Mitarbeiter an das Unternehmen durch die Übertragung von Verantwortung und die Wahrnehmung des Mitarbeiters als Individuum. Lesen sie hierzu auch: Der Kunde ist König und der Mitarbeiter?

 

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