Wie stelle ich eine Gegenfrage, ohne eine abwehrende Haltung zu erzeugen?

Die nachfolgende E-Mail zu meinem Blogbeitrag „Eine Frage als Antwort?“ nehme ich zum Anlass, das Prinzip einer wohlwollenden Gegenfrage näher zu verdeutlichen.


Vielen Dank Herr Hupke!

Ich arbeite in einer Firma mit +11000 Mitarbeitern und generell ist Kommunikation eines der wichtigsten Themen der Leitung, wo im heutigen neuen Zeitalter nach Lösungen gesucht wird.

Unterschiedlichste Modelle werden ausprobiert. Und gerade deshalb finde ich, sollten die Neugier und der Mut Platz finden.

Die Gegenfrage, die nicht versucht sich seiner Verantwortung zu entziehen, sondern die versucht sich mit der immensen Komplexität auseinanderzusetzen und hier Lösungen zu finden, die eben nicht schwarz-weiß oder oberflächlich sind.

Danke für den Artikel. Und um natürlich unserer Thematik treu zu bleiben, hier die Gegenfrage:

Wie könnte in einer Gesprächsführung das Element der Gegenfrage auf natürliche Weise platziert sein und dem Gegenüber ein Ort der „Sicherheit“ gegeben werden, dass er durch „Nichtwissen“, aber dem Drang der Neugier mutig ist und die Gegenfrage ausprobiert. Hier denke ich vor allem auch an die asiatischen, indischen und anderen fernöstlichen Mitarbeiter, wo Scham und „gut dastehen“ große Herausforderungen dafür sein werden.

Viele Grüße


Vielen Dank für Ihren Beitrag und das Teilen Ihrer beruflichen Erfahrung.

Sie stellen eine interessante und wichtige Frage, da eine Gegenfrage in einem Kommunikationsprozess zum einen in der Tat leicht eine abwehrende Haltung erzeugen kann und es zum anderen auch des Mutes und der Neugier bedarf, um sie zu stellen.

Da die Frage zwei Themen beinhaltet, werde ich diese auch getrennt behandeln.

Die Grundlagen der Gegenfrage

Es ist hilfreich, einer Gegenfrage einen Grund als Einleitung voranzustellen.

Zum Beispiel:

  • Ihre Ausführungen sind hoch interessant, und damit ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen kann, gestatten Sie mir an dieser Stelle eine Frage…
  • Ihre Frage ist in der Tat berechtigt. Ich bitte Sie, mir noch eine oder zwei Information/en für eine stimmige Antwort zu geben…
  • Das ist interessant. Ich bin mir jedoch noch nicht sicher, ob ich Ihre Frage zielführend beantworten kann. Gestatten Sie mir daher eine Verständnisfrage…
  • Was Sie sagten, lässt sich in mehrere Richtungen beantworten. Geht es Ihnen um x, y oder z?

Das Prinzip basiert auf drei Schritten:

  1. der Anerkennung des Gesagten,
  2. der Darstellung, dass für eine Antwort noch Informationen fehlen,
  3. der Gegenfrage.

Die innere Einstellung

Die Haltung, aus der heraus eine brauchbare Gegenfrage gestellt wird, ist die der Neugier und dem Interesse an der Sache beziehungsweise dem Gegenüber.

Jetzt gibt es in der Tat Menschen oder auch Kulturkreise, für die das Stellen einer Gegenfrage mit Scham belegt ist, da es eine gewisse Unwissenheit oder auch Unsicherheit signalisiert.

Hier greife ich als Motivation für die Vermeidung einer Gegenfrage einmal das Genannte „gut dastehen“ auf.

Eine Möglichkeit, innere Sicherheit für eine Gegenfrage zu gewinnen, ist  sich bewusst zu machen, dass durch gezielte Gegenfragen die eigene Expertenrolle gepflegt und gezielt die eigene Kompetenz gezeigt wird.

Durch den erweiterten Informationsgewinn können Antworten thematisch gezielt und inhaltlich reicher gestaltet werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren und freue mich auf Ihre Fragen

Peter Hupke

Souveränität ist lernbar!

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