Ich bin nur wert, geliebt zu werden, wenn ich Leistung erbringe.

Ich bin nur wert, geliebt zu werden, wenn ich Leistung erbringe.

Durch Glaubenssätze kreieren wir Menschen unser Leben. Einige Glaubenssätze entwickeln Menschen im Laufe Ihres Lebens selbst, und andere Glaubenssätze werden von Eltern oder dem sozialen Umfeld, in dem sich ein Mensch bewegt, übernommen.

Der Grundstein jedoch wird in der Kindheit gelegt. Unsere Eltern vermittelten uns ihre Sicht auf die Welt. Bestimmte Grundannahmen wurden dabei immer wiederholt und haben sich so in unserem Unbewussten als Sätze, die wir glauben (Glaubenssätze) festgesetzt.

 

Das Leben ist hart und ungerecht.

Wer in seiner Kindheit und Jugend oft hörte „Das Leben ist hart und ungerecht“, wird wahrscheinlich ein besonderes Augenmerk auf die negativen Aspekte seines Lebens haben. Situationen und Erfahrungen werden an diesem Richtmaß gemessen.

Wurde in der Kindheit und der Jugend ein Satz wie „Das Leben meint es gut mit dir, auch wenn es nicht immer danach aussieht“ wahrgenommen, werden Situationen und Erfahrungen aus einem anderen Blickwinkel bewertet. Ein Umgang mit stressigen Situationen und auch Rückschlägen fällt hier anders aus als bei dem Satz „Das Leben ist hart und ungerecht“.

Gerade Perfektionisten neigen dazu, ihr Leben an negativen Glaubenssätzen auszurichten.

Hier einige Beispiele:

  • Ich traue niemandem.
  • Ohne Fleiß kein Preis.
  • Ich bin nichts wert.
  • Nimm dich nicht so wichtig.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Eigenlob stinkt.
  • Ich bin es nicht wert geliebt zu werden.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Ich muss immer nett sein.
  • Nur wer hart arbeitet bringt es zu etwas.
  • Ich muss immer hilfsbereit sein.
  • Traue niemandem.
  • Ich muss hart zu mir selbst sein.

Ein Problem mit den Glaubenssätzen ist, dass sie uns und unsere Wahrnehmung bis ins hohe Alter steuern können, obwohl wir wissen, dass ihr Inhalt zum Teil jeder Grundlage entbehrt.

 

Ein Beispiel aus der Praxis

Der Abteilungsleiter Marketing eines mittelständigen Unternehmens kam ins Coaching, um an seinen kommunikativen Fähigkeiten in Personalgesprächen zu arbeiten. Während des Coachingprozesses kam der Glaubenssatz „Ich bin nur wert, geliebt zu werden, wenn ich Leistung erbringe“ zutage.

In seinem Arbeitsalltag hatte dieser Glaubenssatz zur Folge, dass der Abteilungsleiter seine Mitarbeiter mit „Liebensentzug“ bestrafte, wenn sie weniger Leistung erbrachten. Anstatt in einer Krise mit seinen Mitarbeitern in den Dialog zu treten, zog er sich zurück und ließ sie mit schweren Aufgaben alleine, was auf Mitarbeiterseite zu Unmut führte.

 

Eine kleine Übung zu Glaubenssätzen:

Mit dieser kleinen Übung bekommen Sie einen Einblick in Ihre Glaubensätze und wie sich Ihr Leben danach ausrichtet. Nehmen Sie sich 5 bis 10 Minuten Zeit, und ergänzen Sie die nachfolgenden Satzanfänge mit den Worten, die Ihnen als erstes in den Sinn kommen.

  • Das Leben ist…
  • Die Menschen sind…
  • Die Welt ist…
  • Ich bin…
  • Ich kann nicht…
  • Ich bin zu…
  • Schon immer…
  • Jeder sollte…
  • Manchmal könnte ich…
  • Es ist wichtig, dass…
  • Meine Arbeit ist…

Auf dieser Übung aufbauend, können Sie nun Situationen betrachten, in denen Sie sich über Ihr Verhalten wunderten oder sich selbst nicht verstanden. Stellen Sie sich die Frage, welcher Glaubenssatz Ihr Verhalten unbewusst steuerte. Wenn Sie möchten, können Sie auch Ihr Leben als Ganzes betrachten. Wie Sie leben und wie Ihr Umfeld aussieht, sagt viel über Ihre Glaubenssätze aus.

 

Bei Fragen einfach fragen!

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