Willst du Recht haben oder glücklich sein? Beides gleichzeitig geht nicht.

Die Ebene der perfektionistischen Besorgnis: Fehlersensibilität 

Willst du Recht haben oder glücklich sein? Beides gleichzeitig geht nicht.

(Marshall B. Rosenberg)

 

Perfektionisten haben einen scharfen Blick für die eigenen Fehler und die Fehler ihrer Mitmenschen. Diese Fähigkeit beinhaltet zum einen Potential für die eigene Entwicklung, aber zum anderen kann es den Betroffenen leider auch in seiner Perfektionsfalle halten. 

 

Ein besonderer Charakterzug

Wer in einer Perfektionsfalle steckt, zeichnet sich durch einen besonderen Charakterzug aus. Perfektionisten nehmen ihr Gegenüber an Hand ihrer Fehler wahr. Des Weiteren besitzen sie auch die Fähigkeit, diese Fehler bei allen erdenklichen Gelegenheiten anzusprechen und dadurch Beziehungen zu belasten.

Was für den Perfektionisten das Natürlichste der Welt ist und dazu dienen soll, seinen Gesprächspartner zu belehren beziehungsweise hilfreiche Ratschläge zu erteilen, wird von der Gegenseite als besserwisserische und herablassende Art wahrgenommen. 

Von seinem Umfeld wird der Perfektionist als hochmütig, emotional kühl und unangenehm beschrieben. Im Berufsleben kann das so weit führen, dass Perfektionisten im Team ausgegrenzt werden. 

 

Ich mache keine Fehler!

Auf sich bezogen kann die Fehlersensibilität eines Perfektionisten in die Entscheidungsstarre führen. Aus der Angst heraus, einen Fehler zu machen, sammelt der Perfektionist alle möglichen Informationen, bevor er eine Entscheidung trifft. Dieses macht er, um sich, aus seiner Wahrnehmung heraus, nach allen Seiten hin abzusichern. Für einen Perfektionisten ist es unerträglich, aus seinem Umfeld Sätze wie „Was hast du denn da gemacht?“ oder „Wie konntest du dich nur so entscheiden?“ zu hören.

Diese Sätze sind für einen Perfektionisten die reinsten Genickschläge. Sie geben ihm das Gefühl, ungenügend zu sein. Um dieses Sätze und das Gefühl „ungenügend“ zu sein zu vermeiden, werden Informationen gesammelt und anstehende Entscheidungen aufgeschoben. Das kann dazu führen, dass Chancen verpasst oder Entscheidungen von anderen getroffen werden. Manchmal kommt es auch nie zu einer Entscheidung. Egal welche der Vermeidungsstrategien gewählt wird, es hat Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl.  

Um auf die eigenen Fehler und die Fehler anderer ein wenig gelassener zu reagieren, ist es empfehlenswert, sich in den entsprechenden Situationen die Frage zu stellen: „Was läuft hier gerade gut beziehungsweise ist gut gelaufen?“. Durch das Wahrnehmen der positiven Eindrücke entsteht ein anderer, gelassener Blick auf Situation.

In dem nächsten Artikel gehe ich näher auf die leistungsbezogenen Zweifel ein.

 

Referenzen und Kundenmeinungen:

 

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